Starter für VPNBook unter Ubuntu/Linux

Gäbe es diesen Bug in OpenVPN unter Ubuntu nicht, könnte man die VPN-Verbindung auch einfach über den Netzwerkindikator herstellen und wieder beenden. Leider lassen sich die .ovpn Zertifikate nur unvollständig hinzufügen . Zudem wird beim Verlieren der VPN-Verbindung so einfach die normale Internetleitung weiter benutzt, was vielen wohl ein Dorn im Auge sein sollte.

Glücklicherweise kann man die Verbindung auch über das Terminal herstellen. Damit kann man sich einen schönen und praktischen Starter für die VPN-Verbindung basteln, bei dem zumindest nicht sofort die normale Internetverbindung benutzt wird, falls der VPN bei Benutzung ausfällt.

Meine Meinung zu VPNBook.com und kostenlosen VPNs im Allgemeinen

Diese Anleitung ist vorrangig für die Desktop-Oberflächen Unity und Gnome3 oder einer anderen mit dem Plank Panel und gilt natürlich auch für andere VPN-Anbieter mit OpenVPN.

Alle folgenden Schritte können mit den angegebenen Codeblöcken in einem Terminal vollzogen werden. Ein Terminal startet man bei Ubuntu mit STRG+ALT+T oder sucht es in den Programmen. Obwohl ich versuche, die Anleitung so aktuell wie möglich zu halten, kann es vorkommen, dass ich Änderungen nicht sofort bemerke. Sollte sich ein Schritt ändern oder ein Fehler eingeschlichen haben, einfach einen Kommentar oder eine Email schreiben!

OpenVPN installieren

Als Erstes installieren wir OpenVPN, unzip, gedit, nano und ein Terminal.

sudo apt-get install openvpn unzip gedit nano gnome-terminal

Ordner für die Zertifikate erstellen

Danach brauchen wir einen Ordner, in dem die Zertifikate der VPN-Anbieter und später die Passwörter gespeichert werden. Meinen nenne ich .vpnconfigs. (Durch den Punkt am Anfang ist es ein versteckter Ordner und fällt im normalen PC-Gebrauch nicht auf.)

mkdir .vpnconfigs

Jetzt wechseln wir in diesen neu angelegten Ordner.

cd .vpnconfigs

Zertifikate herunterladen

Dann lädt man sich die OpenVPN-Zertifikate derServer von vpnbook herunter.

wget http://www.vpnbook.com/free-openvpn-account/VPNBook.com-OpenVPN-Euro1.zip http://www.vpnbook.com/free-openvpn-account/VPNBook.com-OpenVPN-Euro2.zip http://www.vpnbook.com/free-openvpn-account/VPNBook.com-OpenVPN-US1.zip http://www.vpnbook.com/free-openvpn-account/VPNBook.com-OpenVPN-CA1.zip http://www.vpnbook.com/free-openvpn-account/VPNBook.com-OpenVPN-DE1.zip

Die Pakete danach entpacken und für eine Verbindungsart (TCP oder UDP) und Port entscheiden. In meinen Fall habe ich TCP 443 gewählt, um von den meisten Blockaden in Firewalls oder Routern verschont zu bleiben. (Je nach eurer Internetverbindung können andere schneller oder sogar notwendig sein.)

Die erhaltenen .zip Dateien werden nun entpackt

unzip \*.zip

und danach wieder gelöscht.

rm *.zip

Um etwas mehr Ordnung zu erhalten speichern wir alle config-Dateien ohne Unterordner, löschen alle unnötigen.

rm *80.ovpn *25000.ovpn *53.ovpn

Damit man den Benutzername und das Passwort der VPN-Dienste nicht bei jedem Verbinden manuell eingeben muss, legt man im versteckten Ordner noch jeweils eine Passwort-Datei an, mit dem „Username“ in der ersten und das Passwort in der zweiten Zeile.  Name und Passwort findet man hier: VPNBook

Bei VPNBook wäre das zum Zeitpunkt des Artikels z.B.:

nano passwd-vpnbook.txt
vpnbook
yuxE2AWa

Mit STRG+O und ENTER speichert man die Passwort-Dateie und mit STRG+X schließt sich der Editor nano wieder.

Jetzt bearbeitet man schließlich die .ovpn Dateien noch mit einem Texteditor und fügt in der Zeile auth-user-pass den Pfad zu den passenden eben erstellten Passwort-Dateien an.

gedit *.ovpn

Bei allen VPNBook .ovpn Dateien sieht die Zeile dann so aus

auth-user-pass .vpnconfigs/passwd-vpnbook.txt

Im Prinzip kann man den VPN jetzt schon per Terminal starten, etwa VPNBook RO1 mit

sudo openvpn --config .vpnconfigs/vpnbook-euro1-tcp443.ovpn

Damit man das bequem aus dem Programmlauncher erledigen kann bastelt man sich jetzt noch einen Starter dafür.

Desktop Datei

Zu guter Letzt brauchen wir noch eine .desktop Datei, um in das Startermenü ein Icon mit Menü einzufügen, welches bei Klick ein Terminal, in dem die VPN-Verbindung des gewünschten Servers aufgebaut wird, öffnet.

Das Icon für den Starter kann von picflash heruntergaladen werden und nach /usr/share/icons/ verschoben werden.

wget -q --no-check-certificate https://www.picflash.org/viewer.php?img=VpnStarterIMZMWN.png -O $HOME/VpnStarter.png && sudo mv $HOME/VpnStarter.png /usr/share/icons/

Dazu legt man sich im Homeverzeichnis eine leere Datei namens vpnstarter.desktop an.

cd
nano vpnstarter.desktop

Der folgende Inhalt, den man in die  .desktop Datei kopiert ist für diese Server:

Rumänien 1+2, USA1, Kanada, Deutschland von VPNBook. Zusätzlich gibt es noch eine Option, um die Passwörter zu ändern, da sich diese alle paar Wochen ändern.

[Desktop Entry]
Name=VpnStarter
GenericName=OpenVPN im Terminal
Comment=Kostenlosen Vpn starten
Categories=Network;
Exec=gnome-terminal --command "sudo openvpn --config .vpnconfigs/vpnbook-euro1-tcp443.ovpn"
Icon=/usr/share/icons/VpnStarter.png
Type=Application
Terminal=True

Actions=A;B;C;D;E;F;G
[Desktop Action A]
Name=VPNBook Rumänien 1
Exec=gnome-terminal --command "sudo openvpn --config .vpnconfigs/vpnbook-euro1-tcp443.ovpn"

[Desktop Action B]
Name=VPNBook Rumänien 2
Exec=gnome-terminal --command "sudo openvpn --config .vpnconfigs/vpnbook-euro2-tcp443.ovpn"

[Desktop Action C]
Name=VPNBook Deutschland (kein P2P)
Exec=gnome-terminal --command "sudo openvpn --config .vpnconfigs/vpnbook-de233-tcp443.ovpn"

[Desktop Action D]
Name=VPNBook USA (kein P2P)
Exec=gnome-terminal --command "sudo openvpn --config .vpnconfigs/vpnbook-us1-tcp443.ovpn"

[Desktop Action E]
Name=VPNbook Kanada (kein P2P)
Exec=gnome-terminal --command "sudo openvpn --config .vpnconfigs/vpnbook-ca1-tcp443.ovpn"

[Desktop Action F]
Name=- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 
Exec=

[Desktop Action G]
Name=VPNBook Passwort ändern
Exec=gnome-terminal --command "nano .vpnconfigs/passwd-vpnbook.txt"

Wer andere config-Dateien nennen möchte oder eine andere Anzahl verwendet: Eine ausführliche Anleitung zum Erstellen einer .Desktop Datei findet man hier im Wiki von ubuntuusers.

Wieder mit STRG+O speichern und nano mit STRG+X schließen.

Zu guter Letzt verschiebt man die fertige .desktop Datei nach $HOME/.local/share/applications

mv vpnstarter.desktop .local/share/applications/

Sollte in den Programmen kein Punkt VpnStarter auftauchen, macht man die Datei mit chmod u+x ausführbar.

chmod 755 .local/share/applications/vpnstarter.desktop

In die Schnellstartleiste damit

Damit man den Starter auch benutzen kann, sucht man ihn einfach in den Programmen (VpnStarter) und zieht ihn links in die Schnellstartleiste. Dort ein Rechtsklick darauf und das Menü öffnet sich.

Resultat

Das Ergebnis ist ein Starter mit „Quicklists“ für Unity und Gnome3 (Mit dem Plank Panel funktioniert das auch in anderen Desktopumgebungen),

VpnStarter Auswahl
VpnStarter Auswahl

der beim Klick ein Terminal öffnet, worin die VPN-Verbindung aufgebaut wird.

VPN-Verbindung im Terminal
VPN-Verbindung im Terminal

 

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