Kostenloser VPN – sicher? anonym?

Kostenlose virtuelle private Netzwerke kurz VPN gibt es viele, was eine kurze Suche im Internet offenbart. Die meisten bieten allerdings kein OpenVPN, sondern nur das als nicht mehr sicher geltende Protokoll PPTP an. Zudem gibt es oft Volumen- oder Geschwindigkeitseinschränkungen sowie Zwangstrennungen in bestimmten Zeitabständen.

LEIDER speichern auch (fast?) alle Anbieter immer oder unter gewissen Umständen Daten, die im Zweifelsfall der Identifizierung der Nutzer dienen. Außerdem muss man sich im Klaren darüber sein, dass man seine Daten den Betreibern dieser Dienste anvertraut oft nicht weiß, wer eigentlich dahinter steckt.

Warum eigentlich ein (kostenloser) VPN?

Gründe für die Nutzung eines VPN-Dienstes gibt es viele. Hier nur eine kurze Auflistung, was mir in dem Zusammenhang so einfällt:

  • Privatsphäre schützen (z.B. vor Spionage durch Geheimdienste)
  • Anonymität wahren vor „Datenkraken“
  • Ländersperren umgehen (z.B. bei Youtube, Grooveshark, Hulu, Netflix)
  • Verbindung im öffentlichen WLAN schützen und verschlüsseln
  • Verbindung bei Verwendung unverschlüsselten Webseiten absichern
  • (Abmahnungen durch versehentliches Anklicken eines Streams verhindern, siehe Redtube-Abmahnungen)

Natürlich empfiehlt es sich, einen kostenpflichtigen VPN-Anbieter zu nutzen, der keinerlei Daten seiner Nutzer speichert und durch Erfahrungsberichte „vertrauenswürdig“ ist. Benötigt man einen solchen Dienst nur sporadisch beziehungsweise öfter verschiedene Standorte kann ein kostenloser VPN auch eine Überlegung wert sein.

Wer nur seinen Browser „absichern“ möchte, kann sich die Erweiterung ZenMate ansehen.

VPNBook

  • OpenVPN verfügbar
  • 2 Server in Rumänien (EU) für Privatsphäre (P2P erlaubt), Server in Kanada, Deutschland den USA für schnelles surfen und um Ländersperren zu umgehen (P2P nicht erlaubt)
  • Schon länger im Geschäft

Es gibt keine Geschwindigkeits- und Trafficbegrenzungen. Ebenso wenig gibt es eine Zwangstrennung und die Server laufen meist stabil und schnell.
Das Passwort ändert sich von Zeit zu Zeit. Sowohl auf der Homepage, als auch in Facebook wird dies bekanntgegeben.
Leider werden die originale IP-Adresse und der Zeitpunkt, zu dem die Verbindung zum VPN hergestellt wurde, gespeichert. Diese Logs werden eine Woche lang gespeichert und danach gelöscht. Mehr dazu hier.

Im Internet finden sich einige Kommentare, dass VPNBook ein Honeypot einer Polizeibehörde sei oder dass Nutzerdaten an Ermittlungsbehörden herausgegeben wurden. Einen Beweis für diese Behauptungen konnte ich nicht finden – das heißt aber nicht, dass es nicht wahr sein könnte. Wie immer in Sachen VPN eine reine Vertrauensfrage.

Link zum Anbieter: VPNBook.com

Privacy-VPN

  • OpenVPN verfügbar
  • Deutscher Server kostenlos

Der noch relativ junge Anbieter privacy-vpn bietet seinen Server in Deutschland kostenlos zur Nutzung an und gibt an, keine personenbezogenen Daten zu speichern und auch P2P Anwendungen wie Torrent sind erlaubt.

Anfangs präsentierte sich privacy-vpn als Samariter mit mehreren kostenlosen Standorten und es war unklar, wie sich das Projekt finanziert. Dieser Aspekt fällt zumindest jetzt weg.

Inwieweit das Versprechen keine Logs anzulegen auch gehalten wird kann man jetzt noch nicht abschätzen. Die Server waren bei meinen Tests jedenfalls immer stabil und schnell.

Link zum Anbieter: privacy-vpn.com (Reflink)

DNS-Leak verhindern

Bei der Verwendung eines VPNs kann es bei einem DNS-Leak vorkommen, dass nicht die DNS-Server des VPN, sondern die des eigenen Internetanbieters verwendet werden. Das führt dann zur „Enttarnung“ des ungefähren Standorts und kann das Umgehen von Ländersperren erschweren oder gar unmöglich machen. Im schlimmsten Fall kann so auch die echte IP-Adresse herausgefunden werden – wenn z.B. der DNS-Server Daten mit-speichert. Um dies zu verhindern ändert man einfach seine DNS-Server.

Hier eine Anleitung zum Ändern der DNS-Server.

 

WebRTC deaktivieren

Falls WebRTC, die Web-Echzeitkommunikation (dient der Sprach- und Videotelefonie direkt im Browser) , nicht benötigt wird, sollte es deaktiviert werden. Warum?

  • Firefox: about:config in die Adresszeile eintippen und media.peerconnection.enabled auf false setzen
  • Für Chromium/Google Chrome: WebRTC Network Limiter installieren und in den Optionen eine der letzten beiden wählen.

WEBRTC Network Limiter Optionen

Fazit:

Für die oben genannten Gründe eines VPN reichen meiner Meinung nach beide Betreiber aus. Mit ausländischen Servern lassen sich Ländersperren kinderleicht umgehen und seine Internetverbindung in öffentlichen WLANs und bei unverschlüsselten Webseiten absichern. Dank der ausländischen IP können „Datenkraken“ keine richtigen und relevanten Informationen abgreifen.

(Vor deutschen Abmahnanwälten sollte man mit einer IP-Adresse aus dem Ausland ebenfalls ziemlich sicher sein.)

FALLS nun aber einer oder alle wirklich ein Honeypot (vermutlich dann eher einer US-Behörde) sein sollten, ist man natürlich nicht vor Spionage geschützt, sondern erreicht eher das Gegenteil. Diese Wahrscheinlichkeit muss jeder für sich selbst abwägen.

VPNBook und finanziert sich durch Spenden und Werbung. Hier gibt es einen interessanten englischen Beitrag dazu, dass VPNBook damit durchaus Gewinn erwirtschaften kann und das Geschäftsmodell plausibel ist: vpnreviewer.com/vpnbook-honeypot-scam-service

FreeVPN.me

FreeVPN scheint nicht mehr gepflegt zu werden.

  • OpenVPN verfügbar
  • 2 Server in Rumänien für Privatsphäre (P2P erlaubt)

Ebenfalls keine Geschwindigkeits- und Trafficbegrenzungen oder Zwangstrennung.
Das Passwort wird auch hier hin und wieder geändert und die Verbindung ist manchmal etwas unzuverlässiger als bei VPNBook, mit Abbrüchen.

FreeVPN wirbt zwar damit, dass keine Informationen gespeichert werden und keine Logs angelegt werden, dennoch weist dieser Hinweis
„Any form of spamming, fraud, attacks and hacking are not protected by our privacy policy“
auf etwas anders hin. Vielleicht ist das aber auch nur ein rechtlich notwendiger Hinweis. Einen Beweis, dass Logs herausgegeben wurde oder doch immer Nutzerdaten gespeichert werden konnte ich nicht finden. Im Endeffekt muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er diesen Versprechen traut.

Link zum Anbieter: FreeVPN.me

FrootVPN

FrootVPN hat sein kostenloses Modell leider eingestellt.

 

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