FrootVPN – Ehemals kostenloser „non logging“ VPN

Update: FrootVPN hat seinen kostenlosen Dienst eingestellt und bietet nur noch kostenpflichtige VPN-Accounts an!

Vor Kurzem machte die Piratenbucht (The Pirate Bay) angeblich unbezahlte Werbung für einen neuen VPN-Anbieter, der seine Dienste vorerst kostenlos zur Verfügung stellt. Der VPN will laut eigenen Aussagen die Internet-Überwachung bekämpfen und speichert keinerlei nutzerbezogene Daten.

Dieser VPN hört auf den Namen FrootVPN, schützt seine Nutzer mit einer verschlüsselten Verbindung und sorgt mit einer IP-Adresse aus Schweden für Anonymität im Netz.

FrootVPN

Warum kostenlos?

Die erste Frage, die sich mir stellte, war, warum bietet ein neuer Anbieter, der keine Logs anlegt, seinen VPN kostenlos an? Wie ich bereits hier angesprochen habe, legen die meisten kostenlosen VPNs Logs an, speichern also nutzerbezogene Daten zur eigenen Sicherheit eine bestimmte Zeitspanne.

Erstmal, ja der Service ist zum jetzigen Zeitpunkt komplett kostenlos und ohne große Einschränkungen nutzbar. In den FAQs findet man folgenden Absatz:

The whole idea behind FrootVPN is to provide a free simple VPN service that give every internet user on the planet the right to it’s privacy online. Ofcourse the maintenance and bandwidth isn’t free for these kind of services. But we had some resources over from other project and were able to launch FrootVPN. We will run this service for free as long as we can. But we will eventually need to bring money in to be able to pay our bills.

Der oder die Betreiber finanzieren FrootVPN also derzeit aus eigener Tasche mit Mitteln, die sie aus anderen Projekten „zur Verfügung“ haben. Inwieweit man das glauben mag muss jeder für sich selbst entscheiden. Früher oder später muss aber doch eine Einnahmequelle her.

Realistisch wären für mich in Zukunft 3 Szenarien:

  • mit Spenden finanziert, ähnlich wie VPNBook und FreeVPN
  • kostenlose Accounts mit Einschränkungen und kostenpflichtige Premiumaccounts ohne Einschränkungen
  • komplett kostenpflichtiger Zugang

Für die letzten beiden Szenarien wäre das jetzt so eine Art Betaphase, um die Belastbarkeit der Server zu testen und mögliche Nutzer an sich zu binden.

Update Februar 2015: Mittlerweile gibt es neben dem kostenlosen Accounts auch kostenpflichtige. Kostenlose Nutzer haben nur Zugriff auf die Server in Schweden, zahlende Kunden können zudem auch andere Standorte, wie etwa die USA verwenden.

Sicher?

Die Frage, ob FrootVPN sicher, vertrauenswürdig und zuverlässig ist, lässt sich jetzt noch nicht beantworten. Die Werbung auf The Pirate Bay könnte man so auslegen, dass der VPN durchaus legitim ist und wirklich auf Anonymität ausgelegt ist – nur leider weiß man ja nicht, wer The Pirate Bay gerade betreibt.

Genauso wenig lässt sich sagen, ob wirklich keine Logs angelegt werden, die Rückschlüsse auf einzelne Nutzer zulassen.

Wie immer bei VPNs also eine Vertrauensfrage – nur diesmal wirklich verzwickt…

DNS-Leak

Entscheidet man sich für FrootVPN „sollte“ man noch seine DNS-Server ändern, da durch das sogenannte DNS-Leak ein „Enttarnen“ des echten Standortes möglich ist. Die IP-Adresse kommt von Portlane, Schweden.

Hier eine Anleitung zum Ändern der DNS-Server.

Funktion

Positiv hervorheben kann man die Bereitstellung vieler Protokolle, IPV6-Unterstützung  und Anleitungen für verschiedene Betriebssysteme.

Meine Meinung

Die letzten Wochen habe ich FrootVPN öfter per OpenVPN verwendet und konnte mich nicht über die Bandbreite beschweren. Die Verbindung war stets stabil und fast immer schnell. Dass die Server zu bestimmten Zeiten etwas überlaufen und minimal langsamer sind, lässt sich wohl bei keinem kostenlosen VPN vermeiden.

Bei der Registrierung muss ein Benutzername, eine Emailadresse und ein Passwort angegeben werden, sonst nichts.

Blind vertrauen würde ich FrootVPN zumindest jetzt noch nicht. Dennoch gibt es eine ganze Reihe von Einsatzzwecken, bei denen dieser VPN von Vorteil sein kann:

  • Anonymität wahren vor “Datenkraken” wie Facebook oder Google
  • Ländersperren umgehen (z.B. bei Youtube, Grooveshark, …)
  • Verbindung im öffentlichen WLAN schützen und verschlüsseln
  • Verbindung bei Verwendung unverschlüsselten Webseiten absichern

Vertraut man dem Anbieter:

  • Privatsphäre schützen (z.B. vor Spionage durch Geheimdienste)
  • (Abmahnungen durch versehentliches Anklicken eines Streams verhindern, siehe Redtube-Abmahnungen)

 

In welche Richtung sich FrootVPN entwickelt wird die Zeit zeigen…

6 Gedanken zu „FrootVPN – Ehemals kostenloser „non logging“ VPN“

  1. Für mich stellt sich die Frage, ob ein Anbieter mit nur 4 Standorten (USA, Kanada, Frankreich und Schweden) tatsächlich eine Chance im heutigen VPN-Anbieter Markt hat. Da gibt es doch andere, die bereits hunderte verschiedener Ländern anbieten können und auch über einfachere Zugangssoftware verfügen. Aber der Dienst hat sicher seine Fangemeinde im Internet.

    1. FrootVPN hatte ich hier primär vorgestellt, als man die Server in Schweden noch kostenlos nutzen konnte. Seit es nur noch kostenpflichtige Zugänge gibt ist der Dienst für mich auch eher uninteressant geworden.

    1. Jein. Hatte den Support deswegen auch schon gefragt und nur die etwas nichtssagende Antwort bekommen: „Free plan is currently unavailable for this moment. Please try again later“

      Bestehende kostenlose Accounts funktionieren aber noch. Zur Zeit scheinen die Server ausgelastet zu sein und daher sind momentan keine kostenlosen Registrierungen möglich.

    1. Vor einiger Zeit hatte ich bei FrootVPN diesbezüglich nachgefragt doch leider keine Antwort bekommen.

      Mein technisches Wissen reicht in dem Zusammenhang leider nicht aus, um mir auszumalen, wer unter welchen Vorraussetzungen wieviel mitschnüffeln könnte.

      Private-Keys sind zudem auch in den config-files von VPNBook und FreeVPN zu finden. Dort nutzt ja jeder sogar den selben Usernamen und Passwort. Kann natürlich sein, dass dadurch alles „vermixt“ wird, aber wie gesagt ich habe da zu wenig Durchblick.

      Wer da genauere Infos hat, bitte melden. Die Artikel werde ich dann ergänzen.
      Danke

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